Die Anzahl der Kindeswohlgefährdungen in Deutschland hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert von 79.800 Fällen erreicht, was einem Anstieg von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Seit 2012 hat sich die Fallzahl mehr als verdoppelt, wobei Vernachlässigung in 58 Prozent der Fälle festgestellt wurde.
Zusätzlich stiegen die Verdachtsmeldungen um zwölf Prozent auf 268.300. In vielen Fällen waren die betroffenen Kinder bereits den Behörden bekannt, und in 91 Prozent der Fälle wurden Schutzmaßnahmen vereinbart, um die Gefährdungssituation zu beenden.
Die steigenden Zahlen der Kindeswohlgefährdungen erfordern dringende Maßnahmen in der Prävention und Intervention. Beobachter sollten die Reaktionen der Jugendämter und die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen im kommenden Jahr verfolgen, um die Situation nachhaltig zu verbessern.